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Predigt am 19.Juli 2009 in St. Lo´

 

19. Juli 2009, St. Lô - Notre-Dame, 11.00 Uhr - Friedensmesse 

16. Sonntag im Jahreskreis

Jer 23, 1-6; Eph 2, 13-18; Mk 6, 30-34

65. Jahrestag der Befreiung von St. Lô

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

Die biblischen Texte des heutigen Sonntags sind wie maßgeschneidert, um aus der Sicht unseres Glaubens besser zu verstehen,  was wir in diesen Tagen, in dieser Messe erinnernd feiern: den 65. Jahrestag der Befreiung Ihrer Stadt und Ihres Landes  vom Terror des Naziregimes.

„Wehe den Hirten, die die Schafe meiner Weide zugrunde richten und zerstreuen!" Diese Worte des Herrn aus dem Mund des Propheten Jeremia,  über 2600 Jahre alt, haben zeitlose traurige Aktualität. Ja, es gibt sie, diese schlechten, üblen Hirten zu allen Zeiten. Ihre Greueltaten, ihre Blutspur lasten wie ein dunkler Schatten quer durch die Geschichte der Menschheit. Sie hatten Gott vergessen, diese Hirten, sie haben sich selbst zum Gott ernannt. Und ihre Taten ziehen  unsägliche Katastrophen und Tragödien nach sich  - sei es in persönlichen Einzelschicksalen oder in nationalen und internationalen Dimensionen. Es war auch diese Sorte von üblen Hirten, die, verblendet, von Rassen- und Machtwahn besessen, von Deutschland aus, im 2. Weltkrieg zwischen 1939 und 1945, einen Flächenbrand der Zerstörung und Gewalt verbreitet haben, über Ihr Land, über mein Land, über Europa und die Welt. Ich möchte all das unsägliche Leid nicht verdrängen und vergessen.

Aber, liebe Brüder und Schwestern und Brüder, der Prophet  Jeremia belässt es nicht bei dieser Abrechnung mit den bösen Hirten. Er verheißt dem geschundenen Volk einen gerechten Spross zu erwecken. „Er wird als König herrschen und weise handeln. Für Recht und Gerechtigkeit wird er sorgen im Land. ... Man wird ihm den Namen geben: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit."

Es wird also der Retter verheißen, der die Spirale der Gewalt durchbricht und einen umfassenden Frieden - Shalom - bringt!

Liebe Schwestern und Brüder, Wir feiern jetzt in dieser Stunde eine feierliche Messe des Friedens. Wir sind voll Freude und Dankbarkeit, dankbar in erster Linie gegenüber Gott, dass wir seit Jahrzehnten in Frieden leben können und dass sich freundschaftliche Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern Frankreich und Deutschland, zwischen unseren Städten, unseren Kirchengemeinden und von Mensch zu Mensch entwickelt haben. Es haben sich freundschaftliche Beziehungen zwischen vielen europäischen Ländern und Städten entwickelt und auf der ganzen Welt. Wir arbeiten heute gemeinsam für ein Europa und eine Welt in Frieden und  Gerechtigkeit. Wir vergessen in dieser Stunde nicht und sind voll Dankbarkeit auch, dass es Ihr Land war, französische Christinnen und Christen, die 1945,am Ende des Krieges, inspiriert vom Geist des Evangeliums, die ersten Friedensschritte auf Deutschland zu gemacht haben und ihre Hand zur Versöhnung ausgestreckt haben. Ich möchte nur ein Beispiel nennen: die katholische Friedensinitiative PAX CHRISTI. 

Gerade deshalb möchte ich in dieser Stunde der Erinnerung von einem wahren Wunder sprechen. Es ist ein Wunder, dass wir uns heute als Freunde begegnen können, Ich sage dies ohne Pathos, aber auch im Wissen der Verantwortung, die wir Deutschen bleibend haben. Ich bin tief bewegt, dass ich heute als Deutscher mit meinem Mitbruder Franz Joas und zusammen mit unserem Freund Dekan Daniel Jamelot, mit einer kleinen Gruppe aus Aalen, aber vor allem zusammen mit Ihnen allen diese Messe feiern kann und sogar die Predigt halten darf -  in einer Kirche, in einer Stadt, in einer Region, die besonders schwer  von den Schrecken des Krieges heimgesucht wurde,  

Mein Mitbruder Franz Joas, er ist jetzt 85 Jahre alt, hat als 17-jähriger junger deutscher Soldat den Krieg hautnah erlebt. Am 25. Juli 1944 geriet er bei Marigny  in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Aber,Gott sei Dank, konnte er vier Jahre später wieder in die Arme seiner Eltern heimkehren - im Gegensatz zu Tausenden Gefallenen. Vergessen wir in dieser Friedensmesse nicht all die unschuldigen Opfer der Gewalt und des Terrors. Vergessen wir nicht die Toten und ihre Angehörigen! Kämpfen wir gemeinsam gegen das Böse in der Welt und setzen wir uns alle ein für die Hoffnung, für Gerechtigkeit und Frieden! 

 Heute wissen wir Deutsche, dass die Befreiung Ihres Landes und der übrigen Welt vom Naziterror auch die Befreiung unseres deutschen Volkes von einem teuflischen Regime einleitete. Spüren wir in dieser bewegenden Stunde, wie Gott seine Verheißung von der Vernichtung der falschen Hirten wahr gemacht hat? Spüren wir, wie er seine Verheißung von Recht und Gerechtigkeit eingehalten hat? 

Es ist wahrhaftig ein Wunder, dass Franzosen und Deutsche, einst erbitterte Erzfeinde, Freunde geworden sind. Eine lebendige Partnerschaft zwischen St. Lô und Aalen ist der Beweis dafür. Auch eine geographische Distanz von über 1000 km kann die Freundschaft nicht schmälern. 

Liebe Schwestern und Brüder! In seinem Brief an die Epheser führt uns der Apostel Paulus in das Geheimnis dieses Wunders ein. Die Friedensverheißung des Propheten Jeremia hat nun einen konkreten Namen: Jesus Christus. Er ist das wahre Fundament des Friedens. Bis zur Hingabe seines Lebens, bis in den Tod ist Jesus gegangen. So hat er den Weg - der er selber ist - vorgegeben, der die ganze Menschheit zu  e i n e m  Volk vereinen soll, in Frieden mit seinem Gott. Er, Jesus Christus, ist der wahre Hirte, von dem der Evangelist Markus im heutigen Sonntagsevangelium sagt: als er die Menge sah, „hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben."  Welch mütterliche Zärtlichkeit in diesen Worten! 

Schwestern und Brüder, prägen wir das Bild Jesu unseren Herzen ein, das Bild des guten Hirten, ahmen wir ihn nach , folgen wir ihm nach!  So arbeiten wir mit am Kommen des Reiches Gottes - einem Reich der Liebe, der Versöhnung und des Friedens!

Der Friede Christi sei mit uns allen. Amen.

                                                                                       Pius Angstenberger

 (Übersetzung und Vortrag in Französisch: Odilia Sproll)

 

 

 
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