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Predigt zum Fest der Hl. Familie am 27.12.2009

Noch nie gab es so viele Möglichkeiten der Kommunikation wie heute:

Telefon, Festnetz oder Handy, SMS, e-mails, chatrooms... . Das Bedürfnis nach ständiger Kommunikation ist vor allem in der jungen Generation groß. Warum habe ich mich oft gefragt? In einem Vortrag erhielt ich eine Antwort darauf:

Grundlegend ist das Erleben der jungen Menschen, dass es kein gesamtgesellschaftlich gültiges Modell von Leben mehr gibt. Wenn es das gibt, dann kann man es entweder übernehmen oder dagegen protestieren, wie es frühere Generationen getan haben.

Wir leben aber heute in einer Multioptionsgesellschaft, d.h. es gibt eine schier unendliche Vielzahl von Lebens- und Zukunftsentwürfen, eine Pluralität von Werten und Sinnvorstellungen. Um meine eigen Identität zu finden, muss ich ständig auf der Suche sein, flexibel bleiben , zukunftsoffen. Was heute noch passt, gilt vielleicht morgen schon nicht mehr.

Die Freiheit, für sich das Richtige herauszufinden, wird zur Herausforderung, ja manchmal sogar vielleicht zur Überforderung. Ich muss mich deshalb ständig durch Kommunikation vergewissern., nachfragen, was wichtig ist und mir zu meiner Identität hilft. Auch die Beziehungen haben sich verändert: es gibt Netzwerke, Foren, die Austausch ermöglichen, ohne dass es Autoritäten gibt, die etwas zu sagen haben. Es gibt nicht mehr die Autoritäten, die sagen, wo es lang geht.

Unendlich viele Möglichkeiten also, sich auszutauschen.

Andrerseits - und dies erscheint auf den ersten Blick paradox zu sein- leiden gerade Kinder und Jugendliche an Beziehungsarmut. Viele leben in schwierigen familiären Beziehungen, erleben Abbruch, Neuanfang, Zerrissenheit, erfahren tiefe Enttäuschungen und Verletzungen. Die Beziehungen in einer Patchworkfamilie gut zu gestalten, ist eine hohe Anforderung an Erwachsene und Kinder. Wir wissen, wie wichtig Bezugspersonen gerade für das Heranwachsen von Kindern sind, seien sie innerhalb oder außerhalb der Familie.

Viel Kommunikation einerseits - wenig echte Beziehung andererseits.

Kommunikation - Austausch von Meinungen, Denkweisen und Gefühlen ist ein wesentlicher Bestandteil von guten Beziehungen. Keine Beziehung kann ohne Kommunikation existieren!

Doch Beziehung ist mehr als Kommunikation, eine tiefere Verbindung. Wenn ich eine Beziehung knüpfe, dann lasse ich mich auf den anderen ein, zeige Interesse an ihm und seinen Lebensumständen; ich gehe eine Bindung ein, es geht um das DU, nicht nur um mein ICH - da kommen andere Worte zum Tragen wie Hingabe, Liebe, Treue.

Mir fiel dabei das Lied ein: O Tannenbaum...da heißt es: die Hoffnung und Beständigkeit gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit. Wie werden wir aber fähig zu solchen Bindungen und wollen wir sie überhaupt? Oder empfinden wir zunehmend feste Bindungen als Freiheitsverlust?

Die Notwendigkeit sich den Anforderungen einer pluralistischen und globalen Welt zu stellen, lässt auf der anderen Seite auch das Bedürfnis nach Vergewisserung, Beheimatung und Innerlichkeit wachsen. Wer überall auf der Welt agieren will oder muss, braucht einen festen Anker in sich und in festen Bindungen.

Weihnachten, die Menschwerdung Gottes, bedeutet auch:

Gott schenkt uns sein DU - seine Beziehung zu uns.

Im Lied „Zu Bethlehem geboren" kommt dies auf innige Weise zum Ausdruck. In die Liebe des Kindes will ich mich versenken, ihm mein Herz schenken und es lieben in Freuden und in Schmerzen, d. h. in guten und in bösen Tagen wie beim Eheversprechen. Dazu erbitte ich Gottes Gnade - die Liebe zwischen beiden soll wie ein Band geknüpft werden, das ewig hält. So verbinden sich Himmel und Erde durch Jesus Christus, der uns seine Liebe schenkt.

Gott schenkt sein DU und macht uns dadurch fähig auch anderen Menschen Beziehung zu schenken.

Viele Geschenke wurden in den vergangenen Tagen ausgetauscht. Haben wir auch Beziehung verschenkt oder geschenkt bekommen? Haben wir die Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes weitergeschenkt, die wir alle so dringend brauchen?

Gute und echte Beziehungen zu leben ist nicht einfach, aber wir leben von ihnen und durch sie.

Auch bei der Hl. Familie lief nicht alles wie geplant. Wir haben es im Evangelium gehört.

Vielleicht können wir das von Maria und Josef lernen:

Ja zu sagen, auch wenn Unvorhergesehenes unsere Lebenspläne durchkreuzt und auf das Neue zu vertrauen, das Gott und schickt;

die Beziehung, die Gott uns anbietet, die Hand, die der Menschgewordene uns reicht, nicht mehr loszulassen;

uns ohne Angst an ihn zu binden und seiner Liebe zu trauen.

Amen

 
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