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Predigt zum 4. Sonntag nach Ostern

  

Diesen ökumenischen Gottesdienst feiern wir heute auch als Abschluss der Woche für das Leben.

„Gesund oder krank - von Gott geliebt", so lautet das Leitthema der Woche für das Leben in den Jahren 2008-2010.

Es lädt uns dazu ein, uns mit dem Thema Gesundheit auseinanderzusetzen. Das Gesamtthema erinnert daran, dass gesunde und kranke Menschen die gleiche Würde haben und in gleicher Weise auf Beziehung angewiesen sind. Vor diesem Hintergrund gilt es unser Wertesystem und unsere Praxis zu hinterfragen. Wie gehen wir als Christen mit diesem Thema um?

 

 

Predigt

Liebe Brüder und Schwestern in Christus,

„Gesunde Verhältnisse" - so lautet das spezielle Thema für 2010. Wie werden die Ressourcen in unserem Gesundheitssystem gerecht verteilt?  Wer bekommt welche Operationen? Wer wird bevorzugt behandelt? Nach welchen Kriterien werden die Betten auf der Intensivstation verteilt? Sehr schwierige Fragen. Von Ärztemangel ist die Rede , vor allem auf dem Land. Wie können wir eine ausreichende medizinische Versorgung aller gewährleisten? Wie verhält sich der Anspruch des christlichen Menschenbildes zu der faktisch vorhanden Zeit- und dem Kostendruck im Gesundheitswesen?

Wichtige Fragen , auf die ich im Rahmen einer Predigt jedoch nicht näher eingehen kann.

Wenn ich Sie nun frage. Sind Sie gesund? Was würden Sie antworten?

Da Sie heute morgen hier sind, nehme ich zwar an, dass Sie gesund sind, aber dennoch glaube ich, dass viele von uns, irgendwelche Einschränkungen haben, von irgendetwas geplagt werden. Die klassische Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation lautet:

„Gesundheit ist das völlige Freisein von körperlicher, seelischer und sozialer Einschränkung" - die Frage ist berechtigt: Ist dann überhaupt jemand gesund?

Diese Definition gilt inzwischen als überholt und so wurde ein neues Gesundheitsverständnis entwickelt. Gesundheit stellt demnach einen Oberbegriff dar, der 5 Merkmale umfasst:

1. Aktivität  2. Lebenszufriedenheit  3. Subjektiv erlebte Gesundheit  4. Gesundheitsverhalten

5. gesunder Lebensstil

So kann sich jemand gesund fühlen, obwohl er eine chronische Krankheit hat oder vielleicht altersbedingt gewisse Einschränkungen.

Die Frage, was unter Gesundheit zu verstehen ist, berührt auch die Verantwortung des Menschen für seine Gesundheit: für ein gesundheitsbewusstes Verhalten wie gesunde Ernährung, ausreichendes Maß an Bewegung, die Vermeidung von Tabak, der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol sowie die Vermeidung von lang anhaltender körperlicher und seelischer Überforderung.

An vielem scheint unsere Gesellschaft zu kranken: es gibt zu viele übergewichtige Kinder mit zu wenig Bewegung und falscher Ernährung, Suchtkranke aller Art und der Stress ist eine Hauptproblem unserer Zeit. Auf der anderen Seite gab es wohl noch nie so viele Sport- und Wellnessangebote, Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsmöglichkeiten.

Ist Gesundheit unser höchstes Gut? Im ersten Moment würden wir vielleicht ja sagen, denn wir wünschen uns ja auch oft Gesundheit. Auch an die Medizin werden hohe Erwartungen gerichtet. Häufig wird von ihr sogar das „Heil" erwartet, das sie nicht geben kann. Ohne Zweifel ist die Gesundheit sehr wichtig. Doch kann nicht auch ein Mensch mit Einschränkungen, mit einer Krankheit glücklich und zufrieden sein und auch gerade wertvoll für andere Menschen? Von daher gilt es auch kritisch zu sein gegenüber dem technischen Fortschritt in der Medizin.

Thomas von Aquin hat einmal gesagt: „ Gesundheit ist weniger ein Zustand als eine Haltung und sie gedeiht mit der Freude am Leben."

Wie können wir diese Haltung, die fünf Merkmale, die zur Gesundheit gehören gewinnen? Kann uns unser Glaube dazu eine Hilfe sein?

Die positive Bedeutung von Spiritualität wurde inzwischen sogar wissenschaftlich nachgewiesen.

Es ist zunächst ein Grundvertrauen, das uns geschenkt wird.

Denn gerade, wenn wir zu einer Glaubensgemeinschaft gehören, können wir neues Vertrauen gewinnen, Halt finden und erleben, was es heißt, sich eingebunden zu fühlen. Dass wir als Kinder Gottes „unverletzbar" sind, trotz aller Mächte des Todes, wird uns in der Taufe zugesprochen. Dass wir einander treu bleiben in Gesundheit und Krankheit, ist in unserem Trauversprechen enthalten. Dass wir in Gottes Hand fallen, wenn wir sterben, gehört zum Kern unseres Glaubens, von dem auch die Krankensalbung erzählt.

Aber auch das Kirchenjahr mit seinen heilsamen Rhythmen, der Sonntag als Tag der Arbeitsruhe erzählen von der Veränderbarkeit und Begrenztheit unserer Kräfte. In all diesen Traditionen sind Hilfen verborgen, die uns angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen das notwendige Zukunftsvertrauen bewahren können. Fragen um Leid und Tod, Krankheit und Ungerechtigkeit gehören zum menschlichen Leben. Wie wir trotzdem Ja zum Leben sagen können, das beschäftigt viele Menschen. Antworten auf diese Fragen gibt uns unser Glaube in Leben, Leiden und Auferstehung Jesu Christi.

Der Christ und Politiker Dag Hammerskjöld schrieb in seinem Tagebuch: „Sorge dich nicht, wohin der einzelne Schritt führt; nur wer weit blickt, findet sich zurecht." Wer weit blickt, kann auch schwere Wegstrecken überstehen. Aber um den Horizont zu weiten brauchen wir bewusste Auszeiten, in denen wir uns zeit nehmen, auf unseren Weg zu achten, unser Leben vor Gott zu reflektieren, mit Freunden und Familie zusammenzusein und uns an der natur zu freuen. Das Kirchenjahr mit seinem Weg durch die Veränderungen der Schöpfung, mit der Meditation des Lebens Jesu, aber auch der Sonntag als immer wiederkehrende Auszeit können dabei helfen, dass wir die alltäglichen Sorgen hinter uns lassen. Die bewusste Verwurzelung in einem christlichen Lebensstil ist deshalb auch heute eine gute Voraussetzung für die „Selbstsorge". Beide sind notwendig: die „Selbstsorge" und die „Fürsorge".

Im heutigen Evangelium zeigt sich uns Jesus Christus als der gute Hirte. Er kennt uns und er sorgt für uns. Er weiß, was uns fehlt. Wie ein guter Hirte heilt er die Kranken und sucht nach den Verlorengegangenen. Er kämpft um jeden Einzelnen, um seine Würde. Jesus, der gute Hirte, ist da, wo die tiefste Not ist. Dort ist er mit seiner Liebe und nimmt uns liebevoll in seine Arme. Er wünscht sich, dass auch wir füreinander gute Hirten sind und einander lieben, wie er uns geliebt hat. Diese Liebe des guten Hirten brauchen wir in unserer Gesellschaft, damit nicht nur die Gesetze des Marktes und des Profits regieren ,

damit wir solidarisch miteinander leben. Amen

 
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